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Ausstellung "H.E.L.P."  Thomas van de Scheck

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Thomas van de Scheck

H.E.L.P. [Hell:Enters:Life:Permanently]

Der Mensch hat ein gespaltenes Verhältnis zu seinem Körper. Er verweigert ihm Nahrung. Er durchlöchert ihn. Er färbt ihn. Er fügt ihm Narben zu. Schmerz ist der Grund. Schmerz ist eine Stimme, mit der man sich mitteilen kann. Diese Stimme ist Inhalt der Ausstellung H.E.L.P. [Hell:Enters:Life:Permanently] von Thomas van de Scheck.

Für Thomas van de Scheck, dessen Bildbände CUTS und HELP vom Börsenverein des deutschen Buchhandels zum „Auswahltitel des Jahres“ gekürt wurden, hat Kunst und Fotografie eine wesentlich tiefere Bedeutung, als nur die, dem Auge schmeicheln zu wollen. Er will Ansichten des Betrachters verändern. Mit seiner ganz eigenen Auffassung von Ästhetik lenkt er dabei den Blick auf das eigentliche Motiv, die Inszenierung, das Wesentliche und visualisiert dadurch oftmals die Botschaften selbstzerstörerischer Individuen.

Wenn Probleme nicht mehr zu bewältigen sind, können sie in körperlichen oder psychische Reaktionen ihren Ausdruck finden. Im schlimmsten und gesteigerten Fall sprechen Mediziner dann sogar vom Borderline-Syndrom. Immer noch zu oft neigt unsere Gesellschaft allerdings dazu, diese und ähnliche Thematiken zu tabuisieren. Und dabei sind es manchmal gerade diese, die der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten und ihr zeigen können, dass mit ihr vielleicht etwas nicht in Ordnung ist.

Thomas van de Scheck versucht den Blick des Betrachters auf diese Problematik zu lenken. Seine Modelle sind zum größten Teil authentisch und die oft exzentrischen Darstellungen gemeinsam mit ihnen erarbeitet ... in der Hoffnung Bilder zu erzeugen, die so laut schreien, dass man sie – und das zu sagen versuchte - nicht länger ignorieren kann…

Thomas van de Scheck in eigenen Worten:

Mit meiner Fotografie will ich nicht Sex, Schmerz oder Gewalt ästhetisieren. Ebenfalls habe ich kein Interesse daran, eine gewisse Form der Opferrolle zu propagieren.

Für mich besitzen meine Arbeiten einen dokumentarischen Charakter. Die Motive und deren Inhalt sind ja keine Erfindungen oder Hirngespinste – es sind vielmehr die klar formulierten Wünsche von authentischen Individuen, denen oftmals keine andere Form der Kommunikation mehr möglich ist.

Meine Rolle ist meistens die eines Katalysators und Koordinators, eines Regisseurs ihrer Außendarstellung, wenn man so will. So ist der Akt der Darstellung mancher der gezeigten Selbstkasteiungen vor der Kamera eine der letztmöglichen Metaphern, ihrer Stimme und damit sich selbst Gehör zu verschaffen.

Ich mache den Betrachter mit Absicht zu einem Voyeur, der durch meine Arbeit eine Berührung erfährt, die er ansonsten vielleicht gerne verdrängt hätte.

Üppige Inszenierungen und farbenfrohe Landschaften interessieren mich nicht. Mich interessieren Schicksale und die Frage, wie der Mensch mit all seinen Leidenschaften zu dem geworden ist, was er ist. Die Ergebnisse zeigen zwangsläufig keine „Blümchenromantik“ da sie oft mit Exzentrik, Sexualisierung und Autoaggression zu tun haben. Vor allem hoffe ich deshalb, dass sich festgefahrene Blickwinkel verändern lassen und sich ein reflektiertes Bewusstsein zu dem Gezeigten beim Betrachter einstellt.  

In dem Ausstellungskonzept H.E.L.P. [Hell:Enters:Life:Permanently] präsentiert
Thomas van de Scheck Arbeiten aus den letzten acht Jahren, welche sich aus seinen Bildbänden und aktuellen Fotos zusammensetzen.

Die Ausstellung begann mit einer Vernissage am Samstag, 19. Juni 2010, 19 h, in den Räumen des Kunstvereins und endet am Sonntag den 25. Juli.




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